Fairsharing

Die Kulturflatrate

4. Wird DRM schwieriger zu umgehen sein, als die bisherigen Kopierschutzmechanismen?

Bisher sind alle Kopierschutzmechanismen geknackt worden. Deshalb denken viele Menschen, dass die Bemühungen der Unterhaltungsindustrie, ein sicheres DRM-System zu entwickeln, ebenfalls scheitern werden. Viele mit dem TCPA-Design vertraute Computer-Sicherheitsexperten wie Bruce Schneier oder Ross Anderson sehen das anders. Sie gehen davon aus, dass TCPA sehr sicher sein wird. Auf jeden Fall werden durchschnittlich erfahrene Privatpersonen nicht mehr in der Lage sein, den Kopierschutz zu umgehen. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Kopierschutzmechanismen in eine spezielle Hardware verlagert werden, die nur noch mit einer extrem teuren Ausrüstung manipuliert werden kann. Selbst wenn das gelingen sollte, könnten nur diejenigen Inhalte decodiert werden, die sich im Besitz des jeweiligen Users befinden und die speziell für seinen TPM-Chip verschlüsselt werden. Der Kopierschutz an sich bliebe intakt, im Unterschied zum geknackten DVD-Kopierschutz CSS, wo alle Player immer die gleichen 400 Schlüssel verwenden.

Es ist auch nicht sicher, dass der Cracker die mühsam entschlüsselten Inhalte überhaupt betrachten kann. Denn mittels Device Revocation kann problemlos festgestellt werden, dass am TPM-Chip manipuliert wurde, und die Wiedergabegeräte schalten sich darauf hin einfach ab. Gerade dieser mehrstufige Schutzmechanismus macht TCPA in der Praxis nahezu unüberwindbar (vgl. Anderson 2004).

Autoren: Petra Buhr, Frank Hansen, Benedikt Rubbel

zur Literaturliste

Weiter zu: 5. Enwicklung und Lobby: Computer- und Unterhaltungsindustrie

Zurück zur Übersicht