Hier findet ihr Informationen
- zur rechtlichen Situation, wenn die Justiz sich meldet
- zur aktuellen Situation der MusikerInnen und den möglichen Auswirkungen der Kulturflatrate auf sie
- zur Kulturflatrate, der Alternative zu Digitaler
Rechte Minimierung (DRM)
- zu Nachteilen und Gefahren von Digitaler Rechte Minimierung (DRM)
- zum Urheberrecht
- zu den Netzwerken der Zukunft: Keine Angst vor P2P
Die Staatsanwaltschaft sendet Euch eine Mitteilung, ihr seid Beschuldigter eines Verfahrens wegen Urheberrechtsverletzungen durch die Nutzung von Online-Tauschbörsen. Das Verfahren wird - eventuell nach einer Anhörung und gegen Zahlung eines Geldbetrages - eingestellt. Zeitgleich oder kurz darauf meldet sich eine Anwaltskanzlei namens und in Vollmacht eines Rechteinhabers an Film-, Videospiel- oder Musikrechten und fordert euch mit Fristsetzung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung, zur Zahlung einer Lizenzgebühr und von Schadenersatz für entstandene Anwalts- und weitere Kosten auf.
Die Unterhaltungsindustrie behauptet, ihren Kreuzzug gegen ihre eigene Kundschaft und gegen P2P-Netzwerke vor allem im Interesse der Kreativen, also beispielsweise der MusikerInnen zu führen. Es gelte insbesondere, sie vor der Ausräuberung durch ruchlose Internetpiraten zu schützen. Stimmt das überhaupt oder würden nicht auch die MusikerInnen von der Kulturflatrate profitieren?
Sie ist unser Gegenkonzept zur Horrorvision eines mit Hilfe von DRM, Gesetzen und Klagewellen durchgesetzten Verbots von P2P-Netzwerken. Kompensation ohne Kontrolle. Nutzer dürfen in P2P-Netzwerken legal Dateien tauschen und zahlen eine Pauschalabgabe auf ihren Internetzugang. Urheber erhalten entsprechend ihrer Downloadhäufigkeit Geld aus dem „Fairsharing“-Topf. Auf den nächsten Seiten findet ihr mehr zur Idee, ihren Vorteilen und ihren Chancen. Außerdem haben wir Antworten auf ein paar übliche Vorurteile gesammelt, die immer wieder in der öffentlichen Debatte auftauchen.
Digitale Rechte Minimierung (DRM) ist eine Methode, Dateien im Internet so zu verschlüsseln, dass sie z.B. nur schwer kopiert werden können. Außerdem können sie so programmiert werden, dass eine Nutzung (z.B. das Anhören eines Musiktitels) nur einmal möglich ist (DRM blockiert anschließend die Datei – so was wie gesteuerter Selbstmord). Zusammen mit weiteren fiesen Überraschungen soll DRM der erste große Schritt zur Verwertbarmachung des Internets sein. Für Nutzer bedeutet DRM aber vor allem: weniger Nutzungsrechte, mehr Kosten und weniger Auswahl hinsichtlich Geräten und Anwendungen. Und noch wesentlich weiter reichende Auswirkungen sind von DRM zu erwarten: die Struktur des Internets würde sich zum Nachteil der Gesellschaft grundlegend ändern.
Autoren wie Musikern, Filmemachern, Schriftstellern etc. werden in Deutschland durch das Urheberrecht Rechte eingeräumt. So z.B. das Recht auf Veröffentlichung und Vervielfältigung von Werken wie Musiktiteln, Filmen etc, oder das Recht, aus diesen Werken einen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Da in P2P-Netzwerken auch urheberrechtlich geschützte Dateien getauscht werden, soll ihre Nutzung auch über das Urheberecht geregelt bzw. eingeschränkt werden. Verbote und Kontrollmechansimen leiten die Kriminalisierung einer ganzen Generation von P2P-Usern ein. Doch es gibt andere Möglichkeiten, Kreativen einen wirtschaftlichen Nutzen aus ihren Werken zu ermöglichen: das Modell der Pauschalvergütung ist seit Jahrzehnten im Urheberrecht etabliert. Darauf wurde bisher immer dann vom Gesetzgeber zurückgegriffen, wenn Einzelabrechungen nicht mit sinnvollem Aufwand durchgesetzt werden können. P2P-Netzwerke sind ein Paradebeispiel für einen solchen Fall, wie die folgenden Seiten verdeutlichen.
P2P-Netzwerke dienen zu viel mehr als zur Verbreitung von "Raubkopien". Schon der Begriff triffts nicht, da damit im allgemeinen auf dem Schwarzmarkt verkaufte Kopien gemeint sind, in P2P-Netzwerken aber niemand Geld verdient oder Dateien verkauft. Ihre Entwicklung zu hemmen oder gar zu verhindern, wäre der oft verschwiegene Neben-Effekt der Pläne zur Durchsetzung der partikularen Interessen von Unterhaltungs- und Rechte- Industrie. Dies hätte Auswirkungen auf einige der wichtigsten Quellen der Entwicklung von Gesellschaften: Wissenschaft, Bildung und Kultur.
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