Die besten kostenlosen Screen-Sharing- und Desktop-Sharing-Tools
Ob für eine Präsentation, technischen Support oder die Zusammenarbeit im Homeoffice: Mit Screen-Sharing- und Desktop-Sharing-Tools lässt sich der eigene Bildschirm in wenigen Sekunden mit anderen Personen teilen. Viele Programme können kostenlos genutzt werden, unterscheiden sich aber deutlich bei Bedienung, Fernsteuerung, Datenschutz und Zeitlimits.
Wichtig ist die Unterscheidung: Beim Screen Sharing sehen andere Teilnehmer den gesamten Bildschirm oder ein ausgewähltes Fenster. Desktop Sharing beziehungsweise Remote Desktop geht weiter. Dabei kann eine andere Person den Computer bedienen, Programme öffnen oder Einstellungen verändern. Welche Lösung passt, hängt deshalb vor allem vom Einsatzzweck ab. Gamer.org
Google Meet: Schnell und ohne zusätzliche Software
Google Meet eignet sich für spontane Besprechungen, Online-Unterricht und Präsentationen. Auf dem Computer lassen sich ein Browser-Tab, ein einzelnes Fenster oder der komplette Bildschirm freigeben. Teilnehmer benötigen normalerweise nur einen Einladungslink und einen aktuellen Browser.
Mit einem kostenlosen Google-Konto sind Gruppentermine mit mindestens drei Personen bis zu 60 Minuten möglich. Einzelgespräche können deutlich länger laufen. Meet ist damit eine gute Wahl für Nutzer, die bereits Gmail oder Google Kalender verwenden. Eine vollständige Fernsteuerung des fremden Computers bietet die Anwendung jedoch nicht.
Zoom: Stark für Präsentationen und kurze Meetings
Zoom gehört zu den bekanntesten Lösungen für Videokonferenzen und Bildschirmübertragungen. Im kostenlosen Basic-Tarif können bis zu 100 Personen teilnehmen. Die Sitzungen sind allerdings in der Regel auf 40 Minuten begrenzt.
Teilnehmer können ihren Bildschirm teilen, sofern der Gastgeber dies erlaubt. Praktisch sind außerdem Whiteboards, Chat und lokale Aufzeichnungen. Für Schulungen, Kundentermine oder kurze Teamrunden ist Zoom gut geeignet. Wer regelmäßig längere Besprechungen veranstaltet, stößt mit dem kostenlosen Tarif jedoch schnell an Grenzen.
Microsoft Teams Free: Gut für gemeinsame Projekte
Microsoft Teams Free verbindet Videokonferenzen, Chats, Dateifreigaben und Bildschirmübertragung. Nutzer können den gesamten Desktop, ein bestimmtes Programm oder eine Präsentation zeigen. Die kostenlose Version erlaubt Videoanrufe von bis zu 60 Minuten.
Teams eignet sich vor allem für Gruppen, die neben dem Meeting Nachrichten und Dateien zentral organisieren möchten. Für ein einmaliges Gespräch wirkt die Oberfläche allerdings umfangreicher als Google Meet oder Jitsi Meet.
Jitsi Meet: Kostenlos und ohne Benutzerkonto
Jitsi Meet ist eine quelloffene Videokonferenzlösung, die ohne Registrierung genutzt werden kann. Ein Raum wird direkt im Browser erstellt und anschließend per Link geteilt. Bildschirmfreigabe, Chat und Videoübertragung gehören zum grundlegenden Funktionsumfang.
Der Dienst ist interessant für Nutzer, die schnell eine Besprechung starten möchten. Technisch versierte Anwender können Jitsi außerdem auf einem eigenen Server betreiben. Bei vertraulichen Gesprächen sollte der Raum mit einem sicheren Passwort geschützt werden.
Chrome Remote Desktop: Einfacher Fernzugriff
Chrome Remote Desktop ist für den direkten Zugriff auf einen anderen Computer gedacht. Das Tool kann für kurzfristige Fernhilfe oder für den dauerhaften Zugriff auf den eigenen Rechner verwendet werden. Die Verbindung funktioniert über Computer, Smartphone oder Tablet.
Für eine Support-Sitzung wird ein einmaliger Code erzeugt, den der Helfer eingibt. Nach der Freigabe kann dieser den entfernten Desktop bedienen. Erweiterte Funktionen wie professionelle Benutzerverwaltung oder Support-Warteschlangen fehlen allerdings.
TeamViewer: Für private Fernhilfe kostenlos
TeamViewer ist besonders für technischen Support aus der Ferne bekannt. Private Nutzer können die Software kostenlos verwenden und damit beispielsweise Familienmitgliedern bei Computerproblemen helfen oder auf eigene Geräte zugreifen.
Die Anwendung unterstützt mehrere Betriebssysteme und erlaubt Fernsteuerung sowie Dateiübertragung. Die kostenlose Lizenz ist jedoch ausschließlich für die persönliche, nicht kommerzielle Nutzung vorgesehen. Bei geschäftlichem Einsatz wird ein kostenpflichtiger Tarif benötigt.
RustDesk: Open-Source-Alternative mit eigenem Server
RustDesk richtet sich an Nutzer, die mehr Kontrolle über ihre Remote-Desktop-Lösung wünschen. Der Client ist quelloffen, und für den Betrieb steht ein kostenloser Open-Source-Server zur Verfügung. Dadurch können technisch erfahrene Anwender ihre eigene Vermittlungs- und Relay-Infrastruktur betreiben.
Für einfache Fernwartung lässt sich RustDesk auch ohne eigenen Server verwenden. Eine selbst gehostete Umgebung erfordert jedoch technisches Wissen. Dafür bleibt die Kontrolle über Infrastruktur und Verbindungsdaten stärker beim Betreiber.
Welches kostenlose Tool ist das beste?
Für einfache Präsentationen sind Google Meet und Zoom besonders zugänglich. Teams Free passt zu Gruppen, die zusätzlich chatten und Dateien austauschen möchten. Jitsi Meet punktet mit dem schnellen Start ohne Benutzerkonto.
Geht es um echte Fernsteuerung, ist Chrome Remote Desktop für Einsteiger besonders unkompliziert. TeamViewer eignet sich für private Supportfälle, während RustDesk vor allem durch Open Source und die Möglichkeit zum Self-Hosting überzeugt.
Unabhängig vom Tool sollte Fernzugriff nur vertrauenswürdigen Personen erlaubt werden. Zugangscodes dürfen nicht öffentlich geteilt werden, und eine Sitzung sollte sofort beendet werden, sobald die Unterstützung abgeschlossen ist. Unaufgeforderte Anrufe angeblicher Support-Mitarbeiter sind ein Warnsignal. Seriöse Unternehmen verlangen nicht spontan die Kontrolle über einen privaten Computer.